CO2-Grenzwert ab 2021: Fast 34 Milliarden Euro Strafe für Autohersteller

CO2-Grenzwert ab 2021: Fast 34 Milliarden Euro Strafe für Autohersteller

Das Ziel der Europäischen Union hängt wie das berüchtigte Damoklesschwert über der Autobranche:

Ab 2020 und bis spätestens 2021 dürfen Neuwagen in Europa im Flottendurchschnitt nur noch maximal 95 Gramm CO2 pro Kilometer ausstoßen. Wer mehr emittiert, muss zahlen. Und zwar 95 Euro für jedes Gramm – pro Auto! Und da es derzeit nicht danach aussieht, dass die Hersteller dieses Ziel erreichen werden, hat JATO Dynamics einmal ausgerechnet, wie hoch die Strafzahlungen nach derzeitigem Stand ausfallen würden. Auf nicht weniger als 33,6 Milliarden Euro beliefe sich die Emissionsabgabe für die großen Hersteller mit mehr als 300.000 verkauften Einheiten pro Jahr, wenn sie 2021 wie im vergangenen Jahr auf 119,7 g/km statt der dann geforderten 95 g/km CO2 kämen.

Strafzahlungen in Millardenhöhe

Diese Strafzahlungen würden damit fast die Hälfte des gesamten Nettogewinns von Volkswagen, PSA, Renault-Nissan, BMW, Hyundai-Kia, Ford, Fiat-Chrysler, Daimler, Toyota und Volvo ausmachen. Allerdings fielen die Sanktionen recht unterschiedlich aus: Der Volkswagen Konzern zum Beispiel würde mit fast 9,2 Milliarden Euro zur Kasse gebeten – das wären mehr als 2.500 Euro pro verkauftem Auto. Im vergangenen Jahr erzielte die Wolfsburger ein Ergebnis nach Steuern von gut zwölf Milliarden Euro. Mit anderen Worten: Die Strafe würde drei Viertel des letzten globalen Jahresgewinns entsprechen. Ungleich härter käme der Fall PSA zu stehen. Die Franzosen müsste mit Sanktionen in Höhe von 5,4 Milliarden Euro rechnen – mehr als die Hälfte der Strafe von Volkswagen. Im vergangenen Jahr erzielte PSA jedoch einen Jahresüberschuss von „nur“ 2,83 Milliarden Euro.

Deutlich besser sähe es dagegen für den Autoriesen Toyota aus. Die Japaner verfügen über die niedrigsten durchschnittlichen CO2-Emissionen, vor allem dank ihrer Hybrid-Baureihe. Und Toyota verkauft weniger Autos in Europa als die meisten Wettbewerber. Die Gesamtstrafe beliefe sich daher auf 550 Millionen Euro oder drei Prozent des letzten Jahresgewinns. Nicht miteingerechnet in das Szenario sind mögliche Kompensationen – sogenannte Supercredits – durch den Verkauf von Elektrofahrzeugen.

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Eric Haase

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