CO2-Ziele der EU werden für die meisten Autohersteller zur echten Herausforderung

Zum zweiten Mal nach 2017 hat JATO Dynamics seine Kunden zum Business Networking Event im Rahmen der IAA nach Frankfurt geladen. Es ging um eine der wahrscheinlich wichtigsten Fragen der Automobilindustrie für die kommenden Jahre: Wird die Branche die CO2-Emissionsziele für 2020/21 erfüllen können? Fakt ist: Ab 2020 und bis spätestens 2021 dürfen Neuwagen in Europa im Flottendurchschnitt nur noch maximal 95 Gramm CO2 pro Kilometer ausstoßen. Jedes weitere Gramm kostet dann 95 Euro – pro Auto! Ginge man vom aktuellen Stand aus, hätte die Branche ab 2021 ein Problem: Die Strafe würde dann sagenhafte 33,6 Milliarden Euro betragen.

Werden die Hersteller also die CO2-Emissionsziele für das Jahr 2020 erreichen können und welche Auswirkungen hat das? Was passiert, wenn ab 2021 die Ausstattungsoptionen mit in den WLTP einbezogen werden? Und sind bereits Trends bei den Strategien zur Konformität zu erkennen? Eines lässt sich klar feststellen: Für die Autobranche wird es – nur noch wenige Monate vor dem 1. Januar 2020 – langsam eng. Zwar hat sie den Ernst der Lage erkannt, denn ein leichter Wandel bei den Modellen zeichnet sich ab, da CO2-relevante Optionen voraussichtlich teurer werden. Dennoch wirkt jetzt nach, dass in den letzten Jahren eigentlich fast alles angestiegen ist: durchschnittliche CO2-Emissionen, durchschnittliche Motorleistung, Anzahl der schweren SUVs… gleichzeitig aber auch die Zahl der Start-Stopp-Systeme.

Doch der Trend verheißt nichts Gutes

Zwischen 2018, dem Jahr der WLTP-Einführung, und dem ersten Halbjahr 2019 stieg z. B. der durchschnittliche CO2-Flottenwert in der EU von 121 auf 123 g/km. Und auch die Auswirkungen durch die Optionen werden mit dem WLTP erheblich sein. Um fünf oder sechs Prozent höhere CO2-Emissionen nur durch Hinzubestellen von ein paar üblichen Optionen ist jedenfalls nicht ungewöhnlich. Das wird ganz sicher Konsequenzen für das Thema Optionen und die damit verbundene Preispolitik haben. Ein anderer Weg, die Ziele zu erreichen, ist die Überlegung, sich mit Herstellern, die ein Fahrzeugportfolio mit niedrigen oder keinen CO2-Emissionen besitzen, zusammenzuschließen.

Weitere Erleichterungen sind bis 2023 durch „Supercredits“ für Elektrofahrzeuge und „Öko-Innovationen“ möglich und auch in den Folgejahren wird die Einführung von emissionsfreien Fahrzeugen im Hinblick auf die CO2-Grenzwerte gefördert. Das wird aber wahrscheinlich für keinen Hersteller komplett ausreichen. Es werden also noch gewaltige Investitionen in bestehende Fahrzeuge und Technologien nötig, um Verbesserungen z. B. bei Aerodynamik, Rollwiderstand oder Fahrzeuggewicht zu erreichen, das Produktprogramm den Nachhaltigkeitserfordernissen anzupassen, die Emissionsziele zu erreichen und die Kunden zu überzeugen. Wie die Situation ab 2025 mit noch strengeren Grenzwerten aussehen wird und welche Folgen eine Fahrzeugbesteuerung nach WLTP haben kann, lesen Sie in Kürze auch hier.

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