Trotz höherem Verbrauch bleiben SUVs weiterhin attraktiv für Autofahrer

SUVs verkaufen sich seit einigen Jahren extrem gut. Jede dritte Neuzulassung in Deutschland ist mittlerweile ein Sports Utility Vehicle. Doch kaum eine Fahrzeuggattung polarisiert so sehr, wie die vermeintlichen Offroader. Tolle Übersicht, viel Platz und sehr praktisch sagen die Anhänger. Und ziehen die hochrädrigen Modelle immer häufiger auch den eben noch beliebten Vans vor. Zu groß, zu schwer und vor allem zu trinkfreudig argumentieren viele Gegner. Und würden die Lifestyle-Gefährte am liebsten aus unseren Städten verbannen. Doch was ist richtig? Bekommt man beim SUV tatsächlich mehr Auto fürs Geld? Oder sind sie wahre Ressourcenverschwender? JATO Dynamics wollte es genau wissen und hat deshalb den Spritkonsum von drei Modellen aus verschiedenen Segmenten mit ihren Limousinen-Pendants verglichen. Die Fahrzeuge der jeweiligen Hersteller stehen auf der gleichen Plattform und haben in etwa die gleichen Abmessungen. Es wurden alle Diesel- und Benzinvarianten sowie alle Versionen mit Zwei- und Vierradantrieb in den Vergleich miteinbezogen.

Alle SUVs sind schwerer als ihr PKW-Pendant

Verglichen wurden: VW Golf vs. VW T-Roc, Skoda Superb vs. Skoda Kodiaq und Mazda2 vs. Mazda CX-3. Die VW und Skoda wurden als Benzin- und Dieselversion verglichen, der Mazda2 wird hierzulande nur als Benziner angeboten. Analysiert wurden Motorleistung, Hubraum und Fahrzeuggewicht sowie alle verfügbaren Rädergrößen und der Kraftstoffverbrauch. Der VW T-Roc ist knapp 30 (Diesel) bzw. 60 kg schwerer als der Golf, Hubraum und Motorleistung sind bei Diesel- wie Benzinmodellen fast gleich. Die Räder des T-Roc sind etwas größer. Für seinen um 0,3 (Benziner) bzw. 0,6 Liter (Diesel) höheren Verbrauch pro 100 Kilometer ist unter anderem die Karosserie verantwortlich, die für einen höheren Luftwiderstand sorgt und über mehr Unterbodenfreiheit verfügt. Und auch die minimal größeren Räder und das etwas höhere Gewicht tragen sicherlich mit dazu bei.

Der Kodiaq Diesel ist 8,6 Prozent schwerer als sein Konzernbruder Superb und die Räder im durchschnittlich größer. Hubraum und Leistung sind nahezu identisch. Beim Kodiaq mit Ottomotor fallen die Unterschiede bei Fahrzeuggewicht (+ 5,3 Prozent) und Rädergröße (+ 0,9 Zoll) etwas geringer aus. Sein Motor hat sogar 20 PS weniger als der Superb, obwohl er über mehr Hubraum verfügt. Der Mehrverbrauch der beiden Kodiaq-Modelle von 0,9 (Diesel) bzw. 0,5 Litern (Benziner) auf 100 Kilometern resultiert aus ähnlichen Gründen wie beim VW T-Roc. Der deutlichste Mehrverbrauch zeigt sich bei den kleinsten Fahrzeugen des Vergleichs. Der Mazda CX-3 weist ein Mehrgewicht von gut 200 kg (18,3 Prozent), 1,8 Zoll größere Räder und 49 PS mehr Leistung in Kombination mit 33 Prozent größerem Hubraum aus. Alles zusammen macht sich im Kraftstoffverbrauch bemerkbar. Er fällt mit 7,2 Litern knapp ein Drittel höher aus als beim Mazda2. Ein signifikanter Unterschied zuungunsten des teureren CX-3.

Mehr Leistung für mehr Verbrauch

Der Vorwurf der Kritiker SUVs würden mehr Kraftstoff verbrauchen als Modelle vergleichbarer Größe aus anderen Segmenten, lässt sich mit diesem Vergleich nicht entkräften. Der Mehrverbrauch bei SUVs wird aber durch einen höheren Nutzwert kompensiert.

In der Regel ist die Bereifung (Breite, Profiltiefe) für den Rollwiderstand und damit für den Mehrverbrauch mit verantwortlich. Aus Gründen der Vereinfachung wurde jedoch für die Analyse die Felgengröße gewertet, da Bereifung und Felgengröße meist zusammenhängen.

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