Renault Zoe bleibt Elektro-Bestseller

Vielleicht wird es ja doch noch was mit dem ambitionierten Ziel der Bundesregierung. Sieben bis zehn Millionen Elektrofahrzeuge sollen bis 2030 auf Deutschlands Straßen rollen. Und das letzte Jahr war dafür ein verheißungsvoller Auftakt. Denn 2020 wird wahrscheinlich nicht nur als Corona-Jahr in die Geschichte eingehen, sondern auch als das Jahr, in dem die Elektromobilität in Deutschland endlich richtig Fahrt aufnahm. Zwischen Januar und Oktober wurden fast 250.000 elektrifizierte Neuwagen zugelassen (darunter ca. 128.000 Plug-In-Hybride und 119.000 batterieelektrische Fahrzeuge). Vor allem die deutschen Marken – und das ist wenig überraschend – waren beliebt. Doch wie gut verkauften sich ausländische Marken in Deutschland? Welche Modelle waren besonders gefragt und welche fanden kaum Kunden? Und wie sieht es eigentlich mit den Preisen aus? JATO Dynamics hat sich die Entwicklung einmal genauer angeschaut und den Elektro-Bestseller ermittelt.

Dazu wurden alle zwischen Januar und Oktober 2020 in Deutschland neuzugelassenen PKWs mit rein batterieelektrischem Antrieb (BEVs) und Plug-In-Hybridmodelle (PHEVs) analysiert. Mehr als die Hälfte (58,3 Prozent) stammte von acht deutschen Herstellern.

Die bieten zurzeit insgesamt 53 verschiedene Modelle an – davon 19 BEVs und 34 PHEVs. 2020 waren in Deutschland allein die zehn meistverkauften E-Modelle für 41,2 Prozent der Elektroauto-Neuzulassungen verantwortlich. Und die Top 20-Modelle machten 63,4 Prozent aus. Doch obwohl mehr als jedes zweite E-Car ein deutsches Fabrikat war, wird die Bestsellerliste von einem Franzosen angeführt: der Renault Zoe ist das beliebteste Elektroauto Deutschlands.

Mehr Auto fürs Geld

Bei den Anschaffungskosten (Volumengewichtete Listenpreise ohne Berücksichtigung aufpreispflichtiger Sonderausstattungen) fällt auf, dass nur Smart Fortwo und VW e-up günstiger sind als der Zoe. Allerdings sind beide Modelle auch deutlich kürzer als der Franzose: der Fortwo ungefähr 140 cm und der e-up etwa 50 cm. Die Differenz zu den nächstgrößeren Modellen Hyundai Kona und VW e-Golf fällt dagegen wesentlich geringer aus. Der Kona ist lediglich 9 cm länger und der e-Golf je nach Variante zwischen 18 und 20 cm.

Das Erfolgsgeheimnis des Renault Zoe scheint gleich auf mehreren Faktoren zu basieren: Der attraktive Preis von knapp unter 30.000 Euro gepaart mit gutem Raumangebot und nicht zuletzt der schon relativ langen Modelllaufzeit. Der Zoe wurde nämlich bereits 2013 vorgestellt und hatte so genügend Zeit, sich auf dem Markt zu etablieren. Ein Jahr später zog Volkswagen mit dem e-Golf nach. Doch trotz der guten Performance gelang es dem Wolfsburger in keinem Jahr am Renault vorbeizuziehen. Etwas nachhelfen könnte hier künftig Volkswagens ID.3, der seit September 2020 immerhin etwas mehr als ein Drittel der Zulassungszahlen des Zoe generiert – Tendenz steigend.

Renault Zoe vor e-Golf und Model 3

Besonders beachtlich: Zu den 16.254 im letzten Jahr verkauften elektrifizierten Golf zählen sowohl die Batterie- als auch die Plug-In-Varianten, während der Zoe allein als BEV immerhin 20.740 Käufer fand. Für beide Modelle war 2020 mit mehr als doppelt so viel abgesetzten Einheiten gegenüber 2019 das absolute Rekordjahr. Einen Senkrechtstart hat auch das Tesla Model 3 hingelegt. Trotz des hohen Listenpreises von über 56.000 Euro schaffte es der elektrische Amerikaner hier auf Platz 3. Bemerkenswert auch der Start des ID.3. Im ersten Jahr kam er bereits auf mehr als 5.000 verkaufte Einheiten. Der bereits 2013 eingeführte, günstigere BMW i3 fand gerade mal auf 1.000 Käufer mehr.

Chinesische Hersteller versuchen die Globale Poleposition zu festigen

Doch was ist eigentlich mit den chinesischen Marken? Immerhin haben die Chinesen bei der Elektromobilität lange Zeit die Pace vorgegeben. Bereits 2019 fuhren fast die Hälfte aller weltweit zugelassenen E-Autos in China – vor allem als BEVs. Und auch im Jahr 2020 setzte sich dieser Trend fort. Das Land galt unangefochten als Treiber der Elektrifizierung des Individualverkehrs und immer mehr chinesische Hersteller drängen auf den Markt. Im weltweiten Ranking steht Deutschland mittlerweile hinter den chinesischen Herstellern auf Platz 2.

Nur der Erfolg ist ungleich verteilt: Während in China ein Viertel der 2020 zugelassenen E-Cars deutsche Fabrikate waren, lag der Anteil chinesischer E-Cars in Deutschland bei null Prozent. Zwar stehen viele chinesischen Modelle vor der deutschen Markteinführung, doch ob diese sich gegen die Konkurrenz durchsetzen werden, bleibt abzuwarten.

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