Sicherheitssysteme im Auto verbreiten sich unterschiedlich schnell

Trotz wachsendem Verkehrsaufkommen sind in zahlreichen Ländern immer weniger Verkehrsunfälle mit tödlichem Ausgang oder schweren Verletzungen zu verzeichnen. So ging z. B. die Zahl der Verkehrstoten in Deutschland von über 100 pro 100.000 Autos und Jahr seit den 1970er Jahren auf unter zehn pro 100.000 Autos/Jahr zurück. Zu verdanken haben wir das neben Einschränkungen durch gesetzliche Regelungen vor allem der modernen Sicherheitsausstattung der Fahrzeuge. Bis heute gilt beispielsweise der Sicherheitsgurt als Lebensretter Nummer eins. Doch erst mit der rasend schnellen Entwicklung der Elektronik kamen in immer kürzeren Abständen immer neue Sicherheitsfeatures hinzu. Mittlerweile gibt eine fast unüberschaubare Palette an Bauteilen und Assistenzsystemen, die das Fahren sicherer machen – vom Airbag über ABS und ESP bis zum Kollisionswarner und Spurhalteassistenten. Doch wie hat sich die Anzahl sicherheitsrelevanter Ausstattungen in den vergangenen Jahren verändert? JATO Dynamics hat sich einmal angesehen, wie schnell einige der wichtigsten Sicherheitsfeatures in der Serienfertigung Einzug gehalten haben.

Der Airbag hatte sich relativ schnell im deutschen Markt etabliert. Eingeführt 1981, waren 20 Jahre später bereits sehr viele Neufahrzeuge mit sogenannten Frontairbags und Seitenairbags für Fahrer und Beifahrer ausgerüstet. Bei 93 Prozent lag im Jahr 2000 die serienmäßige Einbaurate für Frontairbags. Bis 2019 stieg der Wert auf 98 Prozent.

Nach und nach wurden die Lebensretter qualitativ verbessert und um weitere Versionen wie Dach- oder Knieairbag ergänzt. Allerdings ist hier die Verbreitung ganz anders verlaufen. Lag der Anteil zu Beginn des Jahrzehnts bei gerade einmal sechs Prozent serienmäßig eingebauter Dachairbags und sogar nur bei einem Prozent für Knieairbags, so betrug der Anteil 2019 bereits 79 bzw. 36 Prozent.

Zwei von drei neuen Pkw haben serienmäßig einen Kollisionswarner an Bord

Eine ähnliche Entwicklung wie der Airbag nahm das sogenannte Kollisionswarnsystem. Zunächst wurde der Fahrer visuell und/oder akustisch gewarnt, wenn eine Kollision drohte. Durch die weiterentwickelte Technik bremst das Fahrzeug heute selbsttätig ab, wenn der Fahrer nicht rechtzeitig reagiert. 2009 waren gerade einmal zwei Prozent aller in Deutschland zugelassenen Fahrzeuge serienmäßig mit einem Kollisionswarner ausgestattet. 2019 waren es bereits 65 Prozent und für weitere 20 Prozent bestand die optionale Möglichkeit. Lediglich für 15 Prozent der Pkw wurde das Feature nicht angeboten. Übrigens: Seit 2014 müssen alle neuzugelassenen LKW serienmäßig mit einem Notfallbremssystem ausgestattet sein.

Ähnlich wie der Kollisionswarner ist auch der Spurwechselassistent in den letzten zehn Jahren immer häufiger in Neuwagen anzutreffen. Auch hier haben sich die Systeme von der reinen Warnung durch visuelle, akustische oder haptische Signale hin zum aktiv eingreifenden Fahrzeug entwickelt. 2009 gab es dieses System noch gar nicht serienmäßig. 2019 waren lediglich zehn Prozent der neuzugelassenen Fahrzeuge serienmäßig damit ausgestattet und immerhin für 55 Prozent wurde es als Sonderausstattung angeboten. Verbesserungen bei der Sicherheitstechnik haben wesentlich zur Vermeidung von schweren Unfällen beigetragen. Die Autoindustrie ist deshalb weiter sehr engagiert, dass dieser positive Trend auch zukünftig anhält. Man kann davon ausgehen, dass der Anteil an Fahrzeugen mit modernster Sicherheitstechnik weiter steigen wird.

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